Position: Moderator
Ort: Essen

Immer auf dem Sprung; immer auf der Suche nach dem perfekten 3½-minütigen Popsong, der plötzlich und unangekündigt vor meiner Wohnungstür steht und zu mir hineinwill. Hinein-hinein, mich anknabbern und später auffressen möchte. Lass ich ihn stehen, wird er mir womöglich nie wieder begegnen. Wenn ich mich traue ihn reinzulassen, kann er die Welt für mich bedeuten.

Um eine prachtvolle Radiomusiksendung wie den Lieblingssoundtrack in das Universum schießen zu können, benötigt es in erster Linie etwas Unumgängliches: die Zeugung, die Geburt, die Sozialisation und die Lehren, die das Leben auf genau dieser Grundlage schreibt. Und dabei ist das Leben dann tatsächlich häufig nur ein kurzer knackiger Pornofilm, wie es sich in den verschiedenen Epochen von Jugend- und Popkulturen immer wieder beweisen lässt. Alles kann, nichts muss; und dann wird es doch geschehen. Und wenn alles in der Popmusik geschieht – und dies geschieht auf wundersame Weise immer wieder – ist es Liebe; oder die Bombe.

Wahrhaftig habe ich nie geheiratet und nachweislich auch nie geschwängert. Aber: mit meinem immer und immerzu andauernden Objekt der Begierde werde ich tanzen auf den Dächern meiner Stadt; schon morgen! Und dabei ist es wurscht, auf wen oder was du stehst – »Es ist egal, ob du schwarz oder schwul bist. Wichtig ist, dass du einen guten Tag hast.« [Dan Treacy, 1996]

Die Musik ist es, die das alles macht – und Musik ist immer eine Sache für das Herz, für das Becken oder für untenrum – und im besten Fall für alles gleichzeitig; und nie Geschmackssache, wie doch so häufig als Totschlagargument propagiert. Das Genre und das Geschlecht sowieso sind schnuppe; es gibt nur gute oder schlechte Musik – wie Kurt Weill einst treffend beschrieb. Damit ist alles gesagt, vielleicht noch: »Sexuality, come eat and drink and sleep with me – Sexuality, we can be what we want to be.« [Billy Bragg, 1991]

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Sonntag, 21. Juli 2024
14:00 - 16:00 Uhr
Top 20 Countdown mit Ted & Felix