Studie: Jüngere Brüder sind häufiger schwul

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Eine neue, vor kurzem veröffentlichte Metastudie stellt fest, dass jüngere Brüder häufiger homosexuell sind. Die Universität Toronto führte eine Kreuzanalyse von zehn verschiedenen wissenschaftlichen Studien mit über 5.000 Teilnehmern durch.

Dabei wurde klar, dass Männer, die einen älteren Bruder haben, mit 38 Prozent höherer Wahrscheinlichkeit viel häufiger schwul sind. Der Hauptautor der Studie, Prof. Dr. Ray Blanchard betonte, dass sich damit nun neue Forschungsschwerpunkte ergeben könnten. Blanchard wies schon 1996 auf die Möglichkeit hin, dass sich die Immunantwort einer Mutter während der Schwangerschaft mit einem Sohn ändere, die die Wahrscheinlichkeit erhöhe, ein schwules Kind zu bekommen. Er verwies aber auch auf den Fakt, dass Sexualität ein äußerst komplexes Gebilde sei, was eben nicht nur biologisch, genetisch oder sozial erklärbar sei, auch Umwelteinflüsse spielten eine Rolle.

Fragen ergeben sich aus unserer Sicht viele: Warum ist eine psychiatrische Forschung nach „den Ursachen“ heute noch notwendig? Was passiert, wenn denn Ursachen postuliert werden? Gibt es bald doch Heilung für die „Krankheit Homosexualität“? Ist vielleicht doch die Mutter schuld? Was bringen solche Forschungen unserem Miteinander?

Nur zur Info: Frauen waren an der Studie nicht beteiligt. Hintergrund dafür ist, dass vorhergehende Studien nachweisen konnten, dass Schwestern keinen Einfluss auf die Sexualität ihrer Brüder haben.